Reisebericht von Claudia Frömming
Brasilientrail November 2003
| Claudia Frömming auf Catarina |
In Navegantes wurden wir von Adi (einem der Guides vom Abenteuerteam, die Veranstalter vor Ort, die übrigens die komplette Reise organisieren) abgeholt und nach Estaleiro zum Strand gebracht. Abenteuerteam bietet nicht nur den Trail an, sondern noch andere Aktivitäten wie Kajak, Rafting ... Wir waren insgesamt 17 Leute, aber auf dem Trail waren wir nur zu zweit. Es gab erst einmal einen Begrüßungsdrink und abends Churrasco. Man konnte sich also erst einmal beschnuppern, auch die Leute, die andere Programmpunkte gebucht haben. Auch Udi, Adi und Nicki hat man so gleich kennengelernt. Die drei betreuen die jeweiligen Gruppen. Wir wurden von allen dreien gleich sehr nett und persönlich aufgenommen. Es war eine sehr lockere und freundschaftliche Atmosphäre.
Es gibt zum einem direkt am Strand eine Pousada, wo die meisten untergebracht wurden. Super, der Strand ist wirklich genau vor der Haustür. Wir Reiter wurden mit zwei anderen Mädels so ca. 10-15 Gehminuten vom Strand untergebracht. Und wir haben es nicht bereut. Ein wunderschönes Haus und liebevoll von Nicki eingerichtet. Wir haben uns paradiesisch wohl gefühlt.
Der nächste
Tag ist zum Ausruhen und Eingewöhnen gedacht. Da das Wetter nicht ganz so toll
war, sind wir zur nächsten größeren Stadt gefahren. Dazu muß
man sagen, Estaleiro hat zwei kleine Einkaufläden. Bei dem einen muß
man allerdings Glück haben, wenn man etwas kaufen will. Aber man braucht auch
weiter dort nichts. Es ist so sehr schön wie es ist. Außer am Wochenende
hatten wir den schönen Sandstrand nur für uns. Also Stadt. Nehmt Euch
nur genügend Real mit oder vergeßt nicht die Kreditkarte. Man kann dort
sehr schön shoppen gehen. Und wirklich günstig. Wir haben es jedenfalls
ausgenützt.
Dann ging es am nächsten Morgen endlich zur Fazenda do Barreiro. Fahrzeit ca. 4 Stunden. Die Landschaft hat sich immer mehr verändert. Man fährt ganz schön hoch. Leider hat sich nicht nur die Landschaft verändert, sondern auch das Wetter. Es war nicht mehr so schwül, was wir begrüßt haben, sondern es fing an zu regnen, nein zu schütten. Trotz allem waren wir begeistert, die Landschaft ist atemberaubend und das war nur ein Vorgeschmack auf den Trail!
| Traumhafte Landschaft - unendliche Weiten |
Es gibt sogar ein Schwimmbad (im Haus) und eine Sauna. Tja, und wer wie ich gedacht hat, dass man auf dieser Reise einfach wohnt, wird eines besseren belehrt. Die Zimmer sind wunderschön, mit Bad und allen drum und dran.
Am Abend hat sich das aufgeklaert und wir konnten noch ca. 2 Stunden ausreiten. Die Landschaft ist unglaublich schön, und hat so gar nichts mit meinem Brasilienbild zu tun. Die Fazenda ist wunderschön in der Nähe von einem See gelegen. Wir sind zu einem Wasserfall geritten und auf dem Rückritt ging gerade die Sonne unter. Zum Heulen schön.
Nun zu den Pferden: Fantastisch. Sie sind lieb, aber lassen es an Temperament nicht fehlen, zuverlässig, trittsicher, wendig und reagrieren sehr schnell. Meine "Katharina" hätte ich am liebsten mit nach Hause genommen. Jeder hatte, bis auf den letzten Tag, "sein" Pferd für die ganze Zeit. Und jeder hat auch das bekommen, was er wollte und war glücklich.
| Camargo - Kaffee mit frischer Kuhmilch |
Und
dann ging es los. Und nun fehlen mir wirklich die Worte. Ich will mich ja auch
nicht immer und immer wieder wiederholen. Es war unbeschreiblich schön. Wir
sind durch eine tolle Landschaft geritten und geritten und haben nur Rinder, Pferde
und Vögel getroffen. Diese Weite kam man nicht beschreiben. Allein wäre
ich da verloren gewesen. Wie unsere Guides sich dort orientiert haben: Hut ab. Ich
kam mir wie in einem Film vor, konnte gar nicht glauben, dass ich wirklich da bin
und dort reite. Ich konnte mich einfach nicht sattsehen. Nun war ja auch Frühling
und alles war grün und blühte. Traumhaft.
Liebe Pferd&Reiter-Bucher keine Angst, wenn es heißt morgens sitzt man schon im Sattel, sollte man nicht vergessen wir sind in Brasilien. Wir mußten nicht vor dem Hahnenschrei aufstehen und in Ruhe frühstücken konnten wir auch. Wir haben immer mittags auf einer Fazenda Rast gemacht und Mittag gegessen und am abend haben
| Historische Fazenda - unser Nachtquartier |
Übrigens
freundlich. Es ist auch schon mal einer von der Fazenda mitgekommen, um uns schöne
Wege zu zeigen. Und hat dann wiederum einen Umweg gemacht, weil wir unbedingt zu
einem wunderschönen Wasserfall wollten. Rojerio, unserer Guide von Barreiro,
kann unmöglich sämliche Wege kennen. Ein großes Dankeschön
auch an Oneilio, dem Besitzer unserer letzten Fazenda, wo wir leider nur zum Mittag
waren. Der letzte Ritt hatte normalerweise immer ein recht langes Stück das
an der Straße entlangführt. Ist natürlich nicht so schön. Er
ist mit uns mit geritten und hat uns einen traumhaften Weg gezeigt. Es war der
kröhnende Abschluß dieses Trails. Der viel zu schnell vorbei ging.
Jetzt ein Wort zu unseren Guides von Barreiro. Zum einem Rojerio,
der mit uns geritten
ist, bzw. uns davon geritten ist. Himmel, er und sein Muli ( er mag es Muli zu reiten
) haben ein ganz schönes Tempo vorgelegt. Selbst wenn wir galoppiert sind,
hatte er kein Problem mit unserem Tempo und er ist nicht galoppiert! Er ist ein
unheimlich netter, freundlichlicher, hilfsbereiter und lustiger Kerl. Und singen
kann er, da haut es dich um. Am Abend nach dem Ritt zusammensitzen und Rojerio
singt. Bah, keine Worte. Toi, toi, toi, er nimmt bald seine eigene CD auf. Einen
Käufer und Fan hat er auf jeden Fall schon. Und ich kenne noch eine. Zum anderen
ist da noch Cascao. Er konnte leider nicht mit uns reiten, da er unsere Sachen von
Fazenda zu Fazenda gefahren hat. Er hat teilweise auch für uns gekocht, gut
gekocht. Auch wenn wir ihn wohl fast zur Verzweiflung getrieben haben, weil nicht
genug gegessen haben. Aber diese Mengen, die er kocht kann kein Mensch essen. Auch
er ein unheimlich netter, freundlicher, hilfsbereiter und immer zu einem Scherz
aufgelegter Kerl.
| Zum Schluss wurde richtig gefeiert! |
| Unsere Minigruppe |
Noch ein paar Worte zu Abenteuerteam. Ein herzliches Dankeschön an alle. Besonders natürlich an Nicki, ohne die das alles gar nicht möglich gewesen wäre. Sie gibt sich mit allem sehr viel Mühe und ist mit Liebe dabei. Auch an Udi. Sandra und ich waren mit seiner Gruppe noch im transatlantischen Regenwald für 2 Tage. Es war auch schön und etwas ganz anderes als das Gaucho-Land. Es hat viel Spaß mit ihm gemacht. Und an Adi und Fatima, seine Frau. Die beiden haben beim Grillen geholfen im Regenwald. Wir hatten sie gerne dabei. Sandra, meine Mitreiterin möchte ich natürlich auch nicht vergessen. Wir hatten von Anfang an viel Spaß und dabei blieb es. Vielleicht war das nicht der letzte gemeinsame Urlaub. Auch an alle anderen Danke!
Claudia Froemming
Email: ClaudiaFroe@aol.com



